September / Katjana

Erzähl uns, seid wann hast du Alopecia?

Bevor ich in die weiterführende Schule wechselte, vor ca. 3 Jahren.

Heute zeigst du viel Mut, was sind deine Beweggründe, warum machst du bei diesem Projekt mit?

Meine Beweggründe sind einerseits natürlich Spaß und Engagement und andererseits bin ich aber auch daran interessiert, viele Menschen über Alopecia zu informieren, damit sie nicht sofort an andere Krankheiten (z.B. Krebs) denken. Ich hoffe, dass ich bzw. wir durch öffentliche Projekte viele Menschen mit Alopecia vertraut machen können.

Trägst du etwas, um die Alopecia zu bedecken? Und wenn ja, was? (Hast du an die Anderen Tipps, worauf es bei Perücken ankommt?)

Ja, ich „verstecke“ meinen kahlen Stellen. Da ich noch Eigenhaar habe, trage ich meistens Caps, Mützen oder andere Kopfbedeckungen. Manchmal entscheide ich mich aber auch dafür, nichts auf den Kopf zu ziehen. So wie ich mich gerade fühle.

Dass die Alopecia nicht so bekannt ist, könnte auch sicherlich daran liegen, dass heutzutage Betroffene die Alopecia mit Zweithaarspezialisten und Haarersatz sehr gut kaschieren können. Findest du, Alopecia sollte bekannter werden in unserer Gesellschaft? Und wenn ja warum?             

Auf jeden Fall, je mehr Menschen darüber wissen, zu desto weniger Komplikationen und Vorurteile würden enstehen.Generell denke ich, dass jede Form des „Anderssein“ einfach „normaler“ werden sollte.

Was möchtest du jemandem sagen, dem es nicht so gut geht mit seiner/ ihrer Alopecia?

Ich würde jemanden, der sich mit Alopecia nicht wohlfühlt sagen, dass es nur eine Krankheit ist und dass wir genauso sind wie Nichtbetoffene, nur ohne Haare. Ich verstehe jedoch jeden, der traurig ist. Mir ging es nach meiner Diagnose genauso. Ich habe mir gedacht, ich bin – negativ gesehn – anders. Mittlerweile frage ich mich jedoch, wer definiert „anders“? Und was ist „normal“? Wir  sind nicht anders. Wir sind einfach nur besonders. Denn jeder Mensch ist einzigartig. Sonst wäre die Welt sehr langweilig. Natürlich darf jeder mal traurig sein, aber diese Krankheit hat auch viele positive Seiten. Sie kann einen stärken und neue Freunde schenken. Meine neuen Freunde haben mir gezeigt, dass ich nicht alleine bin und sie haben mir geholfen mein Selbstbewusstsein zu stärken.

Was erhoffst du dir von diesem Projekt? Hast du Wünsche?

Ich wünsche mir, dass Alopecia bekannter wird und als „normaler“ empfunden wird.

Hast du ein Lebensmotto, einen Motivationsspruch, den du gern den Anderen draußen mit auf ihren Weg geben möchtest?

He said, “One day you’ll leave this world behind. So live a life you’ll remember!“

(The Nights von Avicii)

Man lebt nur einmal und deswegen sollte man jeden Tag genießen und so viel erleben und probieren, wie man nur kann. Jeder sollte so leben, dass er glücklich ist, dass er auf seine Weise ein erfülltes Leben lebt. Hör auf dein Herz. Man sollte sich nicht von kleinen, negativen Dingen runterziehen lassen, sondern sich an den grossen, schönen Dingen erfreuen